Kolumne: Müllerleile meint …

Brauchen Vereine professionelles Fundraising?

„Vereine interessiert Fundraising nicht“ lautet die Überschrift über einem Artikel, der kurz vor Weihnachten in meiner Heimatzeitung erschien. Darin schildert ein enttäuschter Absolvent der Fundraising-Akademie, wie er mit dem Angebot scheitert, den Vereinen einer wohlhabenden Taunusstadt in fünfzehn Seminareinheiten mit insgesamt mehr als zwanzig Terminen Fundraising beizubringen, obwohl alles kostenlos sein sollte.

Eiskalte Spendenwerbung

Natürlich kommt auch meine Kolumne im Fundraising-Echo am Phänomen Ice Bucket Challenge nicht vorbei. Es muss als Lehrstück aus dem Web-Zeitalter in die Bücher eingehen, denn ohne Internet wäre schlicht undenkbar gewesen, dass sich Tausende bei vollem Verstand für einen guten Zweck, den vorher so gut wie niemand kannte, mit Eiswasser übergießen, sich dabei ablichten lassen, Nachahmer gewinnen und dabei tatsächlich Millionen für die Erforschung von Amyotropher Lateralsklerose (ALS) generieren.

Spendenwerbung geht nur mit Gefühl

Was ist „unangemessene Emotionalisierung“ in der Spendenwerbung? Beim jüngsten Fundraising-Kongress in Berlin standen Kolleginnen und Kollegen spontan auf, als am Galaabend ein kurzer Film gezeigt wurde, in dem auch hungernde Kinder vorkamen. Hinterher wurde gefordert, dass sich der Fundraising Verband als Veranstalter gefälligst an die eigenen Grundregeln halten und emotionale Spendenwerbung verbannen sollte.